Stadt Eltmann

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Stadtverwaltung Eltmann
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Montag – Freitag: 08.00 – 12.00 Uhr; Dienstag 14.00 - 16.00 Uhr; Donnerstag 14.00 – 17.00 Uhr und nach tel. Vereinbarung
Bei persönlicher Vorsprache wird um vorherige Terminvereinbarung mit dem entsprechenden Sachgebiet gebeten.

Forstamt der Stadt Eltmann

Mit rund 1.126 Hektar ist die Stadt Eltmann der größte kommunale Waldbesitzer im Landkreis Hassberge. Der Stadtwald wird nach dem Bayerischen Waldgesetz mit eigenem Forstpersonal vorbildlich bewirtschaftet und hat hier vorrangig Nutz,- Schutz,- und Erholungsfunktionen zu erfüllen. Es gibt Wasser- und Naturschutzgebiete und der Großteil des Waldes liegt im Natura 2000 Gebiet "Buchenwälder und Wiesentäler des Nordsteigerwaldes", mit FFH und SPA- Gebiet. Besonders zu erwähnen ist die größte Graureiherkolonie Nordbayerns an der B26 zwischen Dippach und Roßstadt mit dem Namen "Vogelfreistätte Graureiherkolonie Dippach am Main". Von einer eigenen Quelle im Wald werden jährlich bis zu 100.000 m³ ins Trinkwassernetz eingespeist.

Die Öffentlichkeitsarbeit spielt im gesamten Stadtbereich eine große Rolle, Kindergärten und Schulen werden betreut und zahlreiche Wanderwege gepflegt. Auf eine nachhaltige Bewirtschaftung wird sehr geachtet, denn der Wald ist FSC® (FSC-C 100549) zertifiziert. Der Förster der Stadt Eltmann ist der Gruppenleiter der FSC-Gruppe "Franken" und betreut dafür zusätzlich die Wälder der Städte Bamberg, Haßfurt, Ebern und den Gemeinden Ebelsbach, Unterpreppach, der Universität Würzburg und der Bürgerspitalstiftung in Bamberg.

Großer Wert wird auf die Ökologie und Artenvielfalt gelegt. Biotope wurden angelegt, vernetzt, werden gepflegt, Biotopbäume markiert und dauerhaft erhalten, genügend Totholz im Wald belassen und auf einigen Flächen erfolgt ein freiwilliger Nutzungsverzicht. Seltene Baumarten werden erhalten und zusätzlich durch Pflanzung eingebracht. Als Betriebsziel wird ein standortgerechter, leistungsfähiger, stabiler und wirtschaftlich wertvoll bestockter Stadtwald angestrebt. Die Erzeugung von Holzmengen, aber auch der Erhalt und die Pflege stabiler Holzvorräte aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist weiterhin eine Zielsetzung.

Im Jahr 2018 wurde das Forsteinrichtungswerk erstellt. Dieses regelt die Waldbewirtschaftung in Absprache mit der Bayerischen Forstverwaltung für einen 20-jährigen Zeitraum. Bei der Inventur wurde der sehr gute Zustand des Waldes bestätigt und unter anderem die Baumartenanteile berechnet. Vorrangig wachsen im Stadtwald Buchen (35%), Eichen (22%), Kiefern (11%) gefolgt von Fichten, Edellaubholz, Hainbuchen, Linden, Lärchen, Douglasien und Sonstigen Hölzern. Im Zuge der Klimaerwärmung wird der Wald derzeit auf die Veränderungen und Wuchsbedingungen angepasst. Es werden Eichen gefördert und Baumarten, wie Weißtanne, Elsbeere, Speierling, Esskastanie, Nuss und Feldahorn verstärkt gepflanzt. Diese sehr gute Zusammensetzung ermöglicht ein sehr gutes, aber auch anspruchsvolles Wirtschaften. Das Stammholz wird vorrangig an örtliche Sägewerke verkauft- unser Beitrag die heimische Wirtschaft zu unterstützen, Arbeitsplätze zu sichern und die Immissionen für den Transport des nachwachsenden Rohstoffes Holz so gering wie möglich zu halten.

Das Brennholz verbleibt ausschließlich bei den Rechtlern und Bürgern der Stadt Eltmann. Mit dem Restholz wird das eigene Hackschnitzelwerk beliefert. Mit der erzeugten Energie durch das Verbrennen der Hackschnitzel wird Strom erzeugt und ein ganzes Wohngebiet, sowie das eigene Schwimmbad mit Wärme versorgt.

Wir sind stolz darauf so effizient und ökologisch wirtschaften zu können, CO2 dauerhaft zu binden und die Bevölkerung für die notwendige und nachhaltige Bewirtschaftung zu begeistern.

Ihr

Christian Bartsch
Forstamtsrat und Förster der Stadt Eltmann




„Förster des Jahres 2021“ kommt aus Eltmann

Stadtförster Christian Bartsch mit hoher Auszeichnung - Förster mit Herz und Seele

Erst zum vierten Male wurde kürzlich der „Deutsche Waldpreis“ vergeben, an dem sich Forstunternehmen, Förster oder Waldbesitzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligen können. Die besondere Auszeichnung in der Kategorie „Förster des Jahres 2021“ fiel dabei auf den 40-jährigen Christian Bartsch, dem Stadtförster von Eltmann und Betriebsleiter im Städtischen Forstamt ist, der sich mit seiner Leidenschaft und seinem Ziel, den wertvollen Wirtschaftswald und den Waldnaturschutz in Einklang zu bringen, bei einem Voting mit 100 000 Teilnehmern und vor Juroren gegen 9 Finalisten überzeugend behauptete.

Selbst Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte sich bei der digitalen Preisverleihung für das „Engagement für unsere Wälder“ bedankt und von einer überaus wichtigen Auszeichnung gesprochen, „weil der Wald unsere grüne Lunge ist und unser wichtigster Verbündeter gegen den Klimawandel“. Der Preis sei so wichtig, weil die Bewerber vor Ort Verantwortung übernehmen und den Erhalt der Wälder stärken.

„Weil der Wald mich fesselt und fasziniert. Weil ich in hohem Maße für eine multifunktionale, zukunftssichere und nachhaltige Forstwirtschaft lebe, eintrete und arbeite!“ Mit diesen Worten hatte Christian Bartsch seine Bewerbung begründet und sie auch mit einem Video mit eindrucksvollen Bildern von seiner Arbeit im Eltmanner Stadtwald unterlegt. Er wollte schon seit seiner Kindheit Förster werden und sei trotzdem ein Quereinsteiger sei, denn niemand von seiner Familie war im Wald beschäftigt.

„Meine Oma hatte gerade einmal 1 ½ ha Wald oder besser ein Feldgehölz. Aber sie sagte immer zu mir: Das wäre doch was, wenn du Förster wirst.“ Sie habe das noch mit den Worten verknüpft „dass keiner unberechtigt Wild schießt oder Holz stiehlt.“ Das habe ihm gefallen und er habe auch viel gefragt. „Heute bin ich froh über diese Entscheidung, meine aber, dass Förster kein Beruf, sondern eine Berufung und eine Einstellungssache ist.“

Seine Ausbildung ging der gebürtige Erfurter zielstrebig an und nach Abi und Bundeswehr, hat er an der Fachhochschule Schwarzburg/Thüringen Forstwirtschaft studiert mit dem Abschluss als „Diplom Forstingenieur“. Als jüngster Förster fing er im Jahre 2005, im Alter von 24 Jahren, in dem privaten Forstbetrieb von Baron Max von Truchseß in Bundorf an und bewarb sich dann 2012 um die „traumhafte Stelle“ im Städtischen Forstamt Eltmann, wie er es ausdrückte.

„Ich fand hier eine vorbildliche Waldwirtschaft in einer sehr abwechslungsreichen Lage im nördlichen Steigerwald vor, wo ja angeblich der Süden beginnt. Für mich ist diese Region tatsächlich inzwischen zur Heimat geworden und ich fühle mich ihr verbunden und äußerst wohl.“

Als Betriebs- und Revierleiter hat er in Eltmann 1 100 ha Wald zu betreuen, von denen sich 880 ha im FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat) und im Bereich der Buchenwälder und Wiesentäler befinden. „Die Förderung des Artenreichtums der Flora und Fauna bedeutet für mich eine sehr erfüllende, wichtige und spannende Tätigkeit. Auf die Biodiversität in unseren Wäldern wird es ankommen, denn nur so können sie erhalten werden sowie wertvoll, stabil und klimatolerant sein. Ich möchte meine Arbeit für den Steigerwald leisten, der arg gebeutelt ist und ihn wieder in ein positives Licht rücken und punkten mit dem Blick nach vorne.“

„Deswegen waren die Stimmen für mich auch Stimmen für den Steigerwald., der damit bundesweit in den Focus rückte“, betonte Forstamtsrat Bartsch. Ja noch mehr, mit Uli Mergner, der bis April 2021 Leiter des Forstbetriebes Ebrach der Bayerischen Staatsforsten war, wäre sogar noch ein zweiter Steigerwald-Förster im Rennen gewesen, der für den Wald viel geleistet habe. Er selbst stehe deswegen auch für andere Kollegen und sei gerne Motivator.

Der Natur im Steigerwald sei viel gegeben, man müsse es nur lenken und kleinflächig steuern. „Wir haben 44 Baumarten, davon sind 35 heimische. Ein großer Auftrag sind die Buchenwälder, die auch schon bedroht seien und wir erhalten wollen.“ In Eltmann verpflanze man aber auch jährlich ca. 5 000 bis 8 000 eigene, dem Standort optimal angepasste Weißtannen. Durch seinen Vorgänger seien auch 15 autochthone Speierlinge bekannt. „Ich selbst konnte bei meiner Diplomarbeit die Spürnase für Sorbus schulen und bin seitdem Mitglied im `Förderkreis Speierling`.“ Im Herbst sammle er selbst Früchte und übergebe dies eimerweise einer sehr guten Forstbaumschule, welche sich auf sehr seltene Baumarten spezialisiert habe. Seiner Meinung wäre ein „breites Warenlager“ mit allen Baumarten die beste Zukunftsmaßnahme.

„Besonders stolz bin ich auf mein neuestes Projekt. Erst im Januar 2021 entdeckte ich im von mir betreuten Walddistrikt am Rand einige komische Eichen, die sich als Zerr-Eichen herausstellten. Dies relative unbekannte Baumart gilt als Sensationsfund und ist von großer Bedeutung für den Anbau der Zerreiche in ganz Deutschland, so dass sich schon das Bayerische Amt für Waldgenetik und die Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft eingeschaltet hat.“

Durch seinen Vorgänger seien schon über 30 Feuchtbiotope angelegt worden, die er weiter pflege und wo seltene Tierarten wie Feuersalamander oder Kamm-Molche vorkämen. Auch der Uhu sei da und außerdem sei man dabei den Schwarzstorch wieder anzusiedeln. Ein richtiges Highlight sei auch die größte Graureiherkolonie bei Dippach, wo über 200 Paare in der Nähe des Mains ihre Horste hätten. „Die Vernetzung der Biotope liegt mir als Trittsteinkonzept sehr am Herzen und zukünftig wollen wir 5% der Waldfläche als Naturwald belassen,“ kündigte Forstamtsrat Christian Bartsch an.

Als zukünftiges Ziel seiner Arbeit sehe er es auch an, „die Leute wieder in den Wald zu bringen und sie erkennen zulassen, dass es legitim ist, den Wald zu nutzen. „Auch die Öffentlichkeit muss man abholen und den Leuten verdeutlichen: Das ist euer Wald!“ Obwohl jedes Fenster, Möbel oder Bauholz brauche, sei manchmal die Forstwirtschaft verpönt, obwohl sie doch interessanten Rohstoff liefere und wir das Holz bräuchten.“

Er werde gerne Waldexkursionen anbieten und dabei ein Heimatgefühl für den Wald entwickeln, der gut betreut werde und auch einen ökologischen Nutzen habe. „Als Förster sind wir eigentlich auch `Öko-System-Manager`“. Er freue sich auch, wenn er die Buben und Mädchen aus dem Kindergarten oder die Schüler begeistern könne, mit denen er erst im Herbst eine größere Obstbaumpflanzung vorgenommen habe.

Auch 1. Bürgermeister Michael Ziegler zeigte sich unheimlich stolz auf diesen besonderen Preis von Stadtförster Bartsch. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir auf das richtige Pferd gesetzt haben mit Christian Bartsch und dem Gesamtpaket der Waldbewirtschaftung, angefangen von den Waldarbeitern über die Politik und die Vorgänger eingeschlossen.

Christian Bartsch hat sich inzwischen übe die Grenzen der Stadt hinaus einen Namen gemacht und engagiert sich ehrenamtlich als Gruppenleiter in der „FSC-Gruppe Franken“ mit über 6 000 Hektar. Als berufenes Mitglied im Bayerischen Städtetag betreue er und berate auch sechs verschiedene Jagdgenossenschaft und organisiere dabei Wegebau und Gehölzrückschnitt. Seit April 2021 ist er noch ehrenamtlicher Betriebsleiter des rund 1 000 ha großen Waldes der Stadt Königsberg.

Die restliche Zeit widmet Christian Bartsch seiner Familie, mit der er im nördlichen Landkreis wohnt und übt neben der Jagd auch den Angelsport aus. Zudem engagiert er sich leidenschaftlich in der Hundezucht einer der ältesten Jagdhunderassen, dem „Weimaraner“. Zur Auszeichnung machte ihm dazu sein ständiger Begleiter „Alpha“ ein großartiges Geschenk mit 7 Welpen.

Bilder und Bericht: Günther Geiling




Eltmann setzt ein Zeichen für den Klimaschutz

Mit dem 1000-Bäume-Projekt“ will der Landkreis auf die Bedeutung des Klimawandels aufmerksam machen und auch für einen Bereich Abhilfe schaffen, denn Bäume speichern Kohlendioxid. Die 1 000 Bäume werden dabei über den Landkreis hinweg auf 7 Projekte verteilt und nun wurden in einer Pflanzaktion der „AG Wald“ der „Georg-Göpfert-Mittelschule“ in Eltmann 200 Bäume und Sträucher verpflanzt.

In Eltmann hat die Stadt Eltmann dabei eine ideale Fläche am Fußweg von der Altstadt hinauf zur Siedlung am Hahn bereitgestellt, die bisher als Wiese brach lag, aber schon von viel Grün und Baumwuchs umgeben ist. „Wir wollen hier vor allem spezielle Baumarten pflanzen, die mehr klimaresistent sein sollen wie die Maulbeere, Maronen, Esskastanien und besondere Eichen. Aber es sind auch Speierling, Feldahorn und die Elsbeere dabei“, meinte Kreisfachberater Guntram Ulsamer.

Außerdem werde man auch Sträucher pflanzen, um dadurch die Fläche noch besser für die Tierwelt zu strukturieren. Ulsamer lobte diese Aktion und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sie viele Nachahmer finde und auch Gartenbesitzer dazu motiviere, auf ihren Grundstücken weitere Klimabäume zu pflanzen.

Stadtförster Christian Bartsch war dazu mit den Schülern der „AG Wald“ und ihrer Betreuerin Daniela Beuerlein vor Ort, um diese Pflanzaktion zusammen mit den Waldarbeitern der Stadt Eltmann durchzuführen. „Mit unserer Pflanzung wollen wir auch ein Zeichen für den Klimaschutz setzen, denn es kann so nicht weiter gehen“, betonte der Stadtförster. Die beste Zeit zum Pflanzen wäre eigentlich schon vor 20 Jahren gewesen, aber die zweitbeste Zeit sei auf jeden Fall jetzt. „Eigentlich müssten wir jeden Tag Bäume pflanzen. Dies wäre gut für die heimische Tier- und Pflanzenwelt, besonders aber auch für die CO2-Bindung.“

Die Stadt Eltmann sei ja mit 1 126 Hektar der größte kommunale Waldbesitzer im Landkreis. In diesem Stadtwald lege man großen Wert auf die Ökologie und Artenvielfalt. Seltene Baumarten würden erhalten, aber auch zusätzliche Pflanzungen eingebracht. Dazu säe man erst den Samen aus und nach zwei Jahren könne man sie dann einpflanzen. Das habe den Vorteil, dass man flexibel reagieren könne, wann die beste Pflanzzeit ist.

Bürgermeister Michael Ziegler lobte die Schüler für ihr Engagement. Dabei sei die Einrichtung der „Arbeitsgemeinschaft Wald“ natürlich eine gute Sache, bei der sich die Schüler im Rahmen der Schule und der Mittagsbetreuung wöchentlich mit Themen des Waldes und der Umwelt beschäftigen. Dabei stehe ihnen auch immer wieder Stadtförster Christian Bartsch als Fachmann zur Verfügung.

Mit Spaten machten sich dann die Schüler ans Graben der Pflanzlöcher und lernten damit auch gleichzeitig, was es alles beim Pflanzen eines Baumes zu beachten gibt. Ebenso werden sie ganz sicherlich im Rahmen ihrer schulischen Arbeit immer wieder einmal an der Pflanzfläche vorbeischauen, ob alles so nach ihren Wünschen anwächst und treibt oder notfalls auch einmal die jungen Pflanzen gegossen werden müssen.

Das Bild zeigt die Schüler der „AG-Wald“ der Georg-Göpfert-Mittelschule bei ihrer Pflanzaktion mit Bürgermeister Michael Ziegler (links) und Stadtförster Christian Bartsch (5. von rechts) am Baugelände „Hahn“.

Foto und Bericht: Günther Geiling

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