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weiß blau - Im nördlichen Steigerwald

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weiß blau

Im nördlichen Steigerwald

Sonntag, 18. Januar 2015, 16 Uhr, Bayerisches Fernsehen

Einiges mehr als 1000 Quadratkilometer ist der Steigerwald groß. Weit mehr als dreimal so groß wie das Stadtgebiet von München. Der Steigerwald – alter Kullturraum, eine wunderschöne Gegend. Einen kleinen, feinen Teil davon können wir in den heutigen 45 Minuten unseres Formats „weiß blau – Kultur in der Region“, dieses Mal über Kultur, und Menschen, die Kultur machen „Im nördlichen Steigerwald“, zeigen. Kleine Geschichten, die schwerpunktmäßig auf dem Gebiet der Gemeinden Burgebrach, Eltmann sowie Knetzgau spielen.

In Eltmann beginnt die Sendung. „Eltmann, hier beginnt der Süden“ heisst es auf der Homepage der Stadt. Hat sich das eine Werbeagentur ausgedacht? Nein, der Dichter und Denker Johann Wolfgang von Goethe. Und, wo ist er jetzt, der Süden? Moderatorin Annett Segerer macht sich – augenzwinkernd – auf die Suche. Den Süden gerade im Norden, dem nördlichen Steigerwald, zu suchen. Warum nicht?

Glück braucht man im Leben, und so finden die Dreharbeiten in einer der 1700 Sonnenstunden statt, mit denen Eltmann jedes Jahr gesegnet ist. Am Mainufer ranzen sich zwei Radler im Liegestuhl, neben sich eine Latte Macchiato. Sonne, ein Liegestuhl, eine Latte. Wenn das nicht ein ordentlicher Hauch von Süden ist.

Ist die Stadt Eltmann selbst schon sehr schön und wunderbar gelegen an der Schnittstelle von Main und Steigerwald, so wartet in bequemer Wanderentfernung von Eltmann ein weiterer Höhepunkt: die Wallfahrtskirche Maria Limbach. Dorthin begleiten wir eine Kinderwallfahrt. „Wunder geschehen“ heißt das Motto der Wallfahrt. Was ist ein Wunder aus Sicht der Kinder? „Wenn man krank zuhause liegt, und dann wird man wieder gesund,“ ist eine von vielen kunterbunten Antworten hierauf.

Rund hundert Wallfahrten verschiedener Art kommen jedes Jahr in Maria Limbach an. Die Kirche geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Gestaltet nach Entwürfen von Balthasar Neumann. Neumann hat auch die Würzburger Residenz gestaltet, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit seit nunmehr 34 Jahren UNESCO-Welterbe ist. Würzburg kann man von Eltmann aus über die Autobahn in rund 50 Minuten erreichen. Dass in Eltmann Wallfahrten gut Konjunktur haben, kommt dann wohl nicht zufällig, 86 Prozent der Bevölkerung von Eltmann sind katholisch.

Zurück nach Limbach, da gibt es noch andere Art von Kultur. Lebende Kultur, die des Steinbildhauers Michael Scholl. Und der macht neben einer Fülle an anderer hochwertiger Kunst etwas unglaublich Faszinierendes: Musik mit Hilfe von Steinen. Ja wirklich: Aus Steinen ertönt Musik, man kann es kaum glauben. Aus Steinen kommt Musik? Jetzt glauben Sie es doch! Oder schauen die Sendung einfach an!

Michael Scholl führt auch zu einem anderen Ort seiner Kunst: dem Hünenhügel (geographischer Name: Kirchberg) bei Schönbach. Im puristischen Sinne liegt der zwar nicht im nördlichen Steigerwald, ganz in der Nähe aber. Wichtig ist der traumhafte Blick in alle Richtungen. Jedes Jahr an Mariä Himmelfahrt, dem 15. August, gibt es eine Kräuterweihe auf dieser Anhöhe. Für diesen besonderen Ort hat Michael Scholl eine schlanke, in den Himmel ragende Marienskulptur geschaffen.

Der Himmel spielt als Komponente auch eine wichtige Rolle bei Walter Depner. So wie bei jedem gestandenen Fotografen. Viele, viele Jahre schon fotografiert der Mann aus Knetzgau seine Heimat. 50 000 Fotos sind schon entstanden. „Das perfekte Foto entsteht aus dem Bauch heraus“, so Depner.

Ein gutes Bauchgefühl braucht man auch, um den perfekten Wein zu machen. „Abt Degen Weintal“ - im Nordosten des Steigerwalds und am südlichen Rand der Haßberge. Der Journalist Wolfgang Binder macht sich in „weiß blau“ so seine Gedanken über Gott und die Welt. Dieses Mal über „Abt Degen“. Für Weinkenner beileibe kein Unbekannter. Alberich Degen war im 17. Jahrhundert Abt im Kloster Ebrach, ebenfalls im Steigerwald. Ihm ist es zu verdanken, dass einst der Silvaner von Österreich nach Franken gekommen ist. Der Silvaner, der heute zusammen mit dem Müller-Thurgau die Leitsorte beim Frankenwein ist.

Zurück in Knetzgau, elf Kilometer von Eltmann entfernt, mehr als 6000 Einwohner. Fred Schmalz macht dort eine besondere Art von Kultur. Eine Art „Kultur des Messers“ könnte man es – vielleicht arg hochtrabend – formulieren. Geradeaus gesagt: Fred Schmalz ist ein sehr guter Schmied. Hochwertigste Messer stellt Fred Schmalz in seiner „Damastschmiede“ her, weltweit hat er Kunden dafür. Die Anerkennung in der Fachwelt ist auch da, so hat Schmalz etwa im Jahr 2002 bei der Messer-Macher-Messe in Solingen die Auszeichnung "Messer des Jahres" gewonnen. In der Kategorie "Spezielle Materialien". Annett Segerer besucht Fred Schmalz in seiner Schmiede – und erfährt dabei, dass sein Herz neben dem Herstellen von Messern schon immer auch für etwas anderes schlägt: die Seefahrt.

„Fastnacht in Franken“ gehört seit Jahren zu den zuschauerstärksten Sendungen im Bayerischen Fernsehen überhaupt. Einer, der dort auftritt, ist Oti Schmelzer. Wie auch viele andere Menschen hat Schmelzer verschiedene Facetten in seinem Leben: Er ist auch Winzer, in Oberschwappach, einem Ortsteil der Gemeinde Knetzgau. „Der Wein ist eine Sache der Bodenständigkeit. Du hast Kontakt zu der Erde, und auch als Kabarettist sollte man die Bodenhaftung nicht verlieren“, so Schmelzer.

In Oberschwappach gibt es auch ein wunderschönes Schloss, inklusive Garten. Heute ist das Schloss ein Ort für Ausstellungen, Konzerte. Und nochmals Oberschwappach. Ein sehr liebenswerter Brauch in dem Ort ist es, dass die Blaskapelle Oberschwappach jedes Jahr am Tag der Kommunion den Kommunionkindern ein schönes Lied spielt. Ein schöner Brauch, die Eltern der Kinder danken es wahlweise mit einem Umschlag, in dem Geld für die Vereinskasse oder auch für eine Kinderhilfsorganisation steckt. Der Leiter der Blaskapelle hat eine Freikarte für ein Konzert der Blaskapelle als Geschenk für das jeweilige Kind dabei. So haben alle was von diesem schönen Brauch.

Weiter nach Burgebrach, 6500 Einwohner. Zugleich vom Landkreis Haßberge in den Landkreis Bamberg. Auf der Suche nach Menschen, die mit ganzem Herzen Kultur machen, sind wir da auf die Frauenvokalgruppe namens „Frequencia“ gestoßen. Ein Kurzporträt, aus dem die Magie der Musik herauszuhören ist. Die eine der Sängerinnen in ihrem Beruf als Musiklehrerin auch auf ihre Klasse überträgt.

„Wer hat an der Uhr gedreht?“ Paulchen Panther vermutlich, denn rapide nähert sich schon wieder das Ende der 45minütigen Sendung. Doch noch ist Zeit für einen Spaziergang durch die Natur des Steigerwalds. Die Naturschutzexpertin Ulla Reck und Moderatorin Annett Segerer gemeinsam unterwegs. Es gibt viel zu lernen, über die Wälder im Steigerwald, sehr viel Laubwald, uralte Buchen.

Nochmals Gedanken von Wolfgang Binder. Dieses Mal rund um Brücken und die Flüsse, über die sie gehen, das Ganze verknüpft mit der Kultur des Liedguts. „Über sieben Brücken mußt du gehen“, von Peter Maffay, oder auch „Ein Lied kann eine Brücke sein“. Ein Song, mit dem die Sängerin Joy Fleming Deutschland im Jahr 1975 beim „Eurovision Song Contest“ vertreten hat. Was das alles mit der Kulisse von Eltmann und dem Mainufer dort zu tun hat? Das zu beantworten gilt es in der Sendung.

Jetzt ist die Uhr wirklich gedreht, eine Dreiviertelstunde Sendung geht zuende. Den Süden hat Annett Segerer zwar nicht abschließend gefunden. Dafür aber am Rande ihrer Suche danach wunderbare Menschen und klare, sonnendurchflutete Landschaften entdeckt. Im nördlichen Steigerwald und entlang des Flusses Main.

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Mit knapp 5.500 Einwohnern ist Eltmann eine nette, kleine Stadt im Naturpark Steigerwald. Im Zuge des Landesausbaus wurden vor dem beginnenden 8. Jahrhundert in Franken als Ergänzung der bestehenden Befestigungsanlagen und Verwaltungssitze zahlreiche weitere Burgen- und Befestigungszonen errichtet, so unter anderem auch Eltmann.

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